Es gibt Leute, die haben übergroßen Respekt vor der vermeintlichen Schwierigkeit dieses kleinen Gerichts – und den will ich Euch mit dieser ultimativen Risotto-Anleitung nehmen. Komplett selbstgemachtes Risotto, wohlgemerkt.
Denn eines ist gewiß: auch die tollste Fertigmischung – meist sowieso nur in den Reis gemischte Gewürze – beschützt Euch nicht davor, 20 Minuten mit dem unentwegten Rühren von Reis zu verbringen! Das geht nun einmal nicht anders, damit der Reis seine Stärke abgibt an die Brühe und das Risotto seine erforderliche Schlotzigkeit (herrliches Wort und viel schöner als „Breiigkeit“) bekommt. Wer dafür zu faul ist, läßt es also lieber ganz bleiben.
Die anderen können es so machen:
- Was in mein Risotto soll, bereite ich meist vorher vor, wie hier z.B. Champignons, Frühlingszwiebeln und Parmaschinkenstreifchen in der Pfanne angebraten, dann beiseitegestellt. Beilagen im Risotto mitzugaren hat den Nachteil, daß das Rühren viel mühseliger wird, und jeglicher kräftigerer Geschmack kann so auch nicht entstehen. Ihr wißt schon, die berühmten Röstaromen.
- Für uns zwei Esser nehme ich 250 ml = 200 gr Risottoreis, davon werden ein sehr großer Mann und eine deutlich kleinere Frau reichlich satt.
- Weißwein für das erste Ablöschen bereithalten.
- Ca. 1 l Gemüsebrühe erwärmt neben dem nicht zu kleinen Risottotopf stehen haben.
Eine kleine Zwiebel fein würfeln und in 1/2 Butter, 1/2 Olivenöl anschwitzen, dann den Reis dazugeben, kurz mit anschwitzen. - Dann mit Weißwein ablöschen. Ab jetzt gilt: rühren, rühren, rühren! (Das geht mit einem Rührlöffel wirklich ganz prima – das ist dieser Kochlöffel mit Loch.) Und immer wieder ein Suppenkellchen Gemüsebrühe dazugeben.
- Den Küchenwecker dazu auf 20 Minuten stellen. Inzwischen auch den Liebsten aktivieren, denn es muß Parmesan gerieben werden, und wer rührt, hat dafür keine Hand mehr frei. (Könnte man natürlich auch selbst und vorher machen, aber ein kleiner Küchenschwatz beim gemeinsamen Rühren und Raspeln ist viel schöner.)
- Die anfangs kleine Menge Reis schwillt durch die viele Flüssigkeit immer mehr an – das soll so! Nie zu trocken werden lassen, trocken ist bei Risotto verboten.
- Ab circa Minute 17 ab und zu mal den Reis probieren, ob er bis ins Innerste gar ist. Und wenn es soweit ist,
- die vorbereitete Beilage* mit hineingeben, dann würzen nach Belieben, plus ca. 1 EL Parmesan, alles gut zusammenrühren.
- Auf Teller tun, weiteren Parmesan, Salz und Pfeffermühle extra mit auf den Tisch – und genießen.
Ganz einfach, nicht wahr? Und Wenn man den Dreh Schlotz einmal raus hat, kann man endlos experimentieren, bis man sein persönliches Lieblings-Risotto-Rezept gefunden hat…
Viel Spaß und guten Appetit!
*zum Beispiel Champignons.
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Ich kippe immer gleich fast die ganze Brühe rein und kann geschmacklich keinen Unterschied feststellen. Mit dem dem Rest Brühe steuere ich dann die passende Schlotzigkeit, je nach Garzeit des Reises. So brauche ich nur ab und an mal rühren, weil es nicht so schnell ansetzt. Wenn Du das Rühren meditativ findest, gerne rührst und einen Grund zum Käsereibendeligieren suchst, ist Dein Weg perfekt. Ich lese lieber dabei noch ein bisschen und mache noch andere Sachen nebenbei. Findest Du echt, dass man einen Unterschied schmeckt oder hast Du Dich noch nie getraut, fast die ganze Brühe in einem Schwung dazu zu geben?
Ja, ich habe auch mal “Deine” Methode ausprobiert und finde tatsächlich, daß es für die Konsistenz des Risottos einen Unterschied macht. Und für mich ist es auch ok so, denn Kochen ist für mich selten eine Nebenbei-Sache, sondern in dem Moment meine kreativ-meditative Hauptbeschäftigung.