Diesen sehr besonderen Salat aß ich im Juni 2016 mit großer Begeisterung im „Lou Sicret“ in Albi/F – übrigens, wenn Sie mal in der Nähe sind: unbedingt hingehen, tolle traditionelle Landesküche! Er hieß dort “Salade à l’ancienne” und hatte beeindruckende Hauptgerichtgröße. (Das Foto oben stammt von der Facebook-Seite des Restaurants.)

Ich habe ihn damals fotografiert und die Zutaten aufgeschrieben und der Nachbau war erfolgreich. Deshalb hier für alle das Rezept für eine Portion:


1 Handvoll grünen Salat in Streifen
1 Handvoll halbierte kleine Tomaten

mit einer schlichten Vinaigrette aus

Öl
Essig
Senf
Salz/Pfeffer

übergießen. Nicht zu geizig mit der Menge sein, das Köstliche beim Essen ist am Ende u.a. die Vermischung des Eigelbs mit der Vinaigrette und dann das Auftunken von allem mit dem Brot…

1 rote Zwiebeln

in Streifen schneiden und andünsten, aus der Pfanne nehmen. Danach

1 ganzes Bund Radieschen

in gleichmäßige, ca. 2 mm dicke Scheiben schneiden und andünsten, aus der Pfanne nehmen. Danach

1 Stückchen Schweineleber

würfeln und scharf anbraten (am Ende sollen die kleinen Stückchen wie Croutons sein). Alternativ geht auch Schinken, Bacon o.ä.

Alles mit auf den Teller geben.

1 pochiertes Ei

(das können Sie machen, während Sie auch die Croutons herstellen) darauflegen und alles mit

frischer, gehackter Petersilie

bestreuen.

Der Salat wird möglichst lauwarm und mit rustikalem Brot serviert.

(Soweit das Originalrezept.)

Gegen großen Hunger hilft ein weiteres Ei. Oder rohe Champignons in Scheiben als weitere Beilage.


Ein tolles, mal ganz anderes Hauptgericht.


Update im Juni 2021 | Mit diesem Rezept habe ich mich an einer Blogaktion von Ulrike aus Düsseldorf beteiligt und dabei ist dieser Text zum Rezept entstanden:

Der „Salade à l’ancienne“ schmeckt nicht nur sehr gut, sondern steht für mich auch für einen sehr besonderen Abend im französischen Albi, der hübschen Stadt Toulouse-Lautrecs.

Tagsüber hatten wir selbstverständlich das gleichnamige Künstler-Museum besucht, ich war außerdem über die große Freitreppe in die beeindruckend riesige Kathedrale geklettert und kam vor lauter Staunen und Fotografieren kaum mehr da raus – doch nun, für französische Gepflogenheiten viel zu früh, saßen wir müde geguckt und hungrig in dem kleinen Restaurant „Lou Sicret“, das uns als Geheimtipp empfohlen worden war. Ich bestellte den Salat als vermeintliche Vorspeise und danach noch die Kalbsniere, ahnungslos, aber erwartungsfroh – wir lieben Nierchen… Es kam dieser wirklich riesige Teller mit dem köstlichen Salat, den ich mir dann mit dem Mann teilen wollte, weil ich das unter keinen Umständen alleine schaffen konnte, denn es kam doch schließlich noch das Hauptgericht… Als das dann fast zeitgleich noch dazu serviert wurde, waren wir allerdings sehr perplex: auf dem Teller lag tatsächlich eine ganze Kalbsniere mit diesen vielen typischen kleinen Knubbeln, zwar gegart, aber nicht ganz durch. Urgs. Das ging gar nicht!

Also habe ich meinen „Salade à l’ancienne“ dann doch alleine gegessen, die erschreckende Niere ließen wir zurückgehen zum Durchgaren, dann hat der liebe Gatte sie gegessen. Das Rezept vom Salat mit den vielen Radieschen habe ich später erfolgreich nachgebaut und dann natürlich auch in meinem Online-Kochbuch aufgeschrieben – wirklich mal ganz etwas anderes für ein sommerliches Abendessen.

Und wenn ich ihn zubereite, dann fällt mir immer dieser schöne Abend in Albi ein – und die drei Wochen Urlaub, die drumherum außerdem noch stattfanden… Der Salat steckt also für mich voller Frankreich-Liebe.


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